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Der Begriff Rallye wird heute ja fast
überall benutzt. Aber wo kommt er her? Aus dem Automobilsport! Und was ist eine
Rallye im Automobilsport? Die Formel-1 durch den Wald?!
Bei jeder Witterung, egal ob Sonnenschein, Regen oder Schnee wird auf jedem -
wie z.B. Schotter und Asphalt Untergründen oder verschneiten, gefahren.
Rallye (engl. Rally)
Der Begriff "Rallye" stammt von dem
französischen "rallier", was soviel heißt wie "versammeln oder zusammenführen".
Die ersten Rallyes waren Sternfahrten, wo die Teilnehmer
an verschiedenen Orten gestartet wurden und alle zu einem Ort fahren mussten.
Bekannt dürfte dies von der Rallye Monte Carlo sein, welche bis
vor einigen Jahren noch mit einer Sternfahrt begann.
Gestartet wurde in ganz Europa, mit Ziel Monte Carlo. Da
die damaligen Wettbewerbsfahrzeuge noch nicht die Zuverlässigkeit eines modernen
Fahrzeuges hatten, war die Sternfahrt der schwierigste Teil der Veranstaltung,
in den ersten Jahren des Automobils, Der Begriff "Rallye"
stimmt heute nur noch in soweit, dass man sich am Start der Veranstaltung
"versammelt". Eine Rallye beginnt oftmals mit einem
Shakedown und es folgen dann die Wertungsprüfungen (WP´s) sowie
Transportetappen.
Der Shakedown
Der Shakedown ist eine Test-Wertungsprüfung
am Tag vor dem Start der eigentlichen Rallye. Er ist ein
wichtiger Anhaltspunkt, um dem Fahrzeug den letzten Feinschliff zu verpassen.
Auf einer Teststrecke, die mehr oder weniger die gleichen Ansprüche an Fahrer
und Fahrzeug stellt, wie die Wertungsprüfungen, kann der Wagen optimiert werden.
Wertungsprüfung
Sollzeitprüfungen mit einer vorgegebenen
Fahrzeit und Orientierungsaufgaben finden heute relativ selten statt.
Es werden statt dessen, auf für den öffentlichen Verkehr
abgesperrten Straße und Wegen, welche Rundkurse und/oder Start und Ziel
Prüfungen (AE-Prüfung) sein können, durch addieren der Fahrzeiten der einzelnen
WP´s der Sieger mit der kürzesten Zeit ermittelt. Da hier voll auf Zeit gefahren
wird, müssen Helm, feuerfeste Overalls, Handschuhe etc. getragen werden. Während
der WP hat der Beifahrer den Aufschrieb, auch "Gebetbuch" genannt, und sagt dem
Fahrer die Strecke und Ihre Beschaffenheit an.
Transportetappe
Diese haben für die sportliche Entscheidung
der Rallye keine allzugroße Bedeutung. Sie sind die
Verbindung über öffentliche Straßen (im Rahmen der STVO) von WP zu WP.
Am Anfang und Ende der Transportetappe befindet sich eine
Zeitkontrolle. Die vorgeschriebene Sollzeit ist jedoch großzügig bemessen ,
(Durchschnittstempo ca. 40 km/h) die Strecke einfach und eindeutig im Bordbuch
beschrieben, so dass man unter Beachtung aller Verkehrsregeln, fahren kann und
muss.
Bordbuch (Roadbook)
Hier sind die wichtigsten Streckenmerkmale,
wie z. Bsp. Abzweigungen, Kreuzungen, Richtungen, Start/Ziel einer WP usw.
symbolhaft dargestellt. Es wird nur für die Transportetappen während der Rallye
verwendet.
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Aufschrieb (Gebetbuch)
Stuart Turner war es, der 1962 im BMC-Team
zum ersten Mal "pace notes" einführte. Dies löste das bis dato übliche "Auf
Sicht fahren" ab. Er wird beim Abfahren der Strecke von
Fahrer und Beifahrer erstellt, und enthält eine
hundertprozentige Streckenbeschreibung. Jede Kurve, Kuppe, Gerade, Abzweige,
alle Gefahrenstellen wie Steine und Löcher sowie Brems und Einlenkpunkte sind
hier verzeichnet. Während der WP wird er vom Beifahrer auf
die Sekunde bzw. den Zentimeter genau seinem Fahrer über eine im Helm
eingebaute Gegensprechanlage „vorgebetet“, und so kann dieser ans fahrerische
Limit gehen.
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Parc Ferme´
Bereich, welcher abgesperrt ist, und in
dem keinerlei Reparaturen oder Veränderungen am Fahrzeug erlaubt sind. Deshalb
ist der Aufenthalt in diesem Bereich allen Personen (auch Fahrer und
Beifahrer) untersagt.
Service
Festgelegter Platz, auf dem das eigene
Serviceteam das Fahrzeug wartet und entstandene Schäden repariert.
Kontrollkarten(Bordkarten)
Karten, in die an den vorgesehenen
Kontrollstellen, z. Bsp. Zeitkontrolle, Start einer WP, Stopp einer WP,
Eintragungen, z. Bsp. Fahrzeiten vorgenommen werden.
Ein eigenständiges Ändern durch den Fahrer oder Beifahrer in dieser, oder der
Verlust führt zum Wertungsausschluss.
Fahrzeuge
Um zu verhindern, dass ein seriennahes
Fahrzeug gegen ein leistungsgesteigertes antreten muss,
bedarf es eines Reglements (erstellt durch den DMSB), welches diese in
Gruppen, z. Bsp. A, G, N, H aufteilt. Eines jedoch haben
alle gemeinsam, die Straßentauglichkeit. Alle Fahrzeuge müssen zum
Straßenverkehr zugelassen sein und der STVZO entsprechen. Veränderungen müssen
in den Fahrzeugpapieren eingetragen sein und es muss eine gültige HU und AU
Plakette besitzen. Weiterhin müssen Geräuschvorschriften eingehalten werden.
Veranstaltungen
In Deutschland gibt es z. Bsp. Nationale
Veranstaltungen welche über zwei Tage gehen, und
Rallye´s (Rallye 200) welche nur an einem Tag stattfinden.
Meisterschaften
Neben Weltmeisterschaft und
Europameisterschaft gibt es in fast allen europäischen Staaten noch
Landesmeisterschaften.
Ablauf einer Rallye
Mit der rechtzeitigen Abgabe einer
ausgefüllten Nennung und Bezahlung des Nenngeldes steht
einer Anreise nichts mehr im Weg. Im Rallyezentrum
findet zuerst die "Dokumentenabnahme" statt. Hier werden die erforderlichen
Papiere, wie Führerschein, Fahrzeugschein, Lizenzen, Versicherung, usw.
kontrolliert werden. Stimmt dies alles, erhält man die Unterlagen für die
Veranstaltung. Anschließend erfolgt die Technische
Abnahme. Vom DMSB geschulte und lizenzierte Technische Kommissare (TK´s)
überprüfen den Allgemeinzustand der Fahrzeuge, die Einhaltung aller
Sicherheitsvorschriften, die uneingeschränkte Übereinstimmung mit der STVZO
und mit dem Reglement. Nun steht einer Teilnahme nichts
entgegen. Man begibt sich zum Aufschrieb. Dabei ist der
Beifahrer der Manager. Er muss anhand des erhaltenen Bordbuches den Fahrer von
WP zu WP leiten. Auf der WP diktiert der Fahrer beim langsamen Abfahren dem
Beifahrer das "Gebetbuch" Anschließend wird das Fahrzeug
im Startpark abgestellt. Hier gelten "parc ferme" Bestimmungen.
Der Start erfolgt einzeln mit einer Transportetappe zur ersten
WP im Abstand von einer Minute. Diese Abstände werden üblicherweise während
der gesamten Rallye eingehalten und erklären, warum Rallyeautos nur einzeln
hintereinander auftauchen. Ausgenommen sind hier Rundkurse.
Bei internationalen und National A Veranstaltungen begibt man
sich nach einigen WP´s zum Serviceplatz. Bei kleinen Veranstaltungen ist
Service nicht erlaubt. Die Ergebnisse der einzelnen
Prüfungen und die Vermerke der einzelnen Kontrollstellen werden in einer
"Bordkarte" eingetragen. Am Ziel der Veranstaltung gibt
man diese ab und stellt das Fahrzeug ins „Parc Ferme´“.
Dort verbleibt es, bis durch Auswertung der Fahrzeiten der Sieger fest steht.
Auf diesem Weg wird garantiert, dass an den Fahrzeugen nach der
Veranstaltung nichts verändert wird und ein Verstoß gegen das Reglement
geahndet werden kann, falls ein Mitbewerber Protest einlegt. Üblicherweise
werden im Ziel die Erstplazierten jeder Klasse von den TK´s auf ihre
Reglementskonformität überprüft.
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